Berufsqualifikation Psychomotorik

BERUFSQUALIFIKATION PSYCHOMOTORIK

Kurs 1: Entwicklung wahrnehmen – Entwicklung bewegen
Referenten: Frau Silvia Bender-Joans, Herr Sebastian Gappa

Wahrnehmung und Bewegung sind wesentliche Motoren der menschlichen Entwicklung über die gesamte Lebensspanne. In vielfältigen psychomotorischen Praxisangeboten erleben Sie die Möglichkeiten, über Bewegung in Kontakt zu treten, mit anderen zu kommunizieren, sich auszudrücken und in Gruppenprozessen wahrzunehmen.

Bewegungsspiele laden zum Experimentieren ein, um Materialien und Objekte der Umwelt zu erfassen, physikalische Eigenschaften zu begreifen und aktiv handelnd auf die Umwelt einzuwirken. Sie schulen Ihre Beobachtungs- und Beschreibungskompetenzen und erfahren, wie Sie für unterschiedliche Fragestellungen geeignete Beobachtungssituationen schaffen. Auf der Basis der eigenen Erfahrungen werden theoretische Grundlagen und Zusammenhänge vorgestellt, die Erklärungsmodelle für das Erlebte bieten und Ihnen praktische Anregungen für die Einsatzmöglichkeiten der psychomotorischen Entwicklungsförderung in der eigenen Berufspraxis aufzeigen.

Basisthemen:

  • Bedeutung von Bewegung und Wahrnehmung für die Entwicklung
  • Neurophysiologische Aspekte von Bewegung und Wahrnehmung
  • Bewegungsentwicklung und Umwelterfahrung
  • Bewegung und Kommunikation
  • Kommunikation in Gruppen
  • Gestaltung von Beobachtungssituationen
  • Beobachtung verstehen und beschreiben
  • Psychomotorischer Dialog

Kurs 2: Spielräume gestalten – Spielend lernen
Referenten: Herr Peter Keßel, Herr Sebastian Gappa

Spielraum schaffen bedeutet, durch eine wertschätzende, anerkennende Beziehung und eine dem Individuum zugewandte Haltung eine Atmosphäre zu schaffen, in der Lernen durch Spielen und Bewegen ermöglicht wird. Zugleich schaffen (physikalische) Räume und ihre Gestaltung eine Lernumwelt, in der neue Handlungskompetenzen erworben, eigene Ideen eingebracht und die individuelle Entwicklung entfaltet werden kann. In verschiedenen Spiel- und Bewegungssituationen wird die eigene Haltung und Rolle als Gestalter von Spielangeboten und als Spielbegleiter erlebt und reflektiert. Vielfältige praktische Ideen und Anregungen zeigen auf, wie man Spielräume in verschiedenen Berufsfeldern und für unterschiedliche Zielgruppen schaffen und nutzen kann.

Basisthemen:

  • Merkmale des Spiels in Theorie und Praxis
  • Einführung in die Entwicklungstheorien
  • Veränderung des Spiels über die Lebensspanne
  • Psychomotorische Haltung und Dialog im Spielprozess
  • Gestaltung von Spielräumen
  • Spielthemen erkennen und anbieten
  • Geschlechtsspezifische Spiele für Jungen und Mädchen
  • Gesellschaftliche Bedeutung von Spiel

Kurs 3: Ressourcen erleben – Persönlichkeit stärken
Referenten: Herr Prof. Dr. Holger Jessel, Herr Sebastian Gappa

Eigene Handlungskompetenzen erfahren und sich selbst als wirksam erleben, sind zentrale Erfahrungsbausteine für die Entwicklung eines positiven Selbstkonzeptes und der eigenen Identität. Psychomotorische Spiel- und Bewegungsangebote wecken die Freude an der Bewegung und unterstützen damit eine gesunde Entwicklung vom Kindes- bis zum Seniorenalter. Eine gesunde Konstitution, vielfältige Kompetenzen sowie ein positives Selbstkonzept gelten darüber hinaus als schützende Faktoren (Resilienzfaktoren), widrige und belastende Lebenssituationen erfolgreich zu bewältigen. Sie erwerben umfangreiche theoretische und praktische Kompetenzen, um Ressourcen zu erkennen, Handlungskompetenzen zu fördern und durch gezielte psychomotorische Angebote die Persönlichkeitsentwicklung positiv zu unterstützen.

Basisthemen:

  • Praktische Körper-/Leiberfahrung – Körper-/Leibbegriff
  • Körperkonzept/Selbstkonzept
  • Grundlagen der Identitätsentwicklung
  • Erfahrung eigener Selbstwirksamkeit über die Lebensspanne
  • Aggression und Gewalt als eine Art von Störung
  • Kompetenzen im Umgang mit Konflikten /Störungen
  • Ressourcen/Kompetenzen erkennen und fördern
  • Konzepte der Resilienz und der Salutogenese

Kurs 4: Praxis begreifen – Psychomotorisch arbeiten
Referenten: Frau Silvia Bender-Joans , Herr Sebastian Gappa

Der abschließende Kurs widmet sich der Anwendung und Reflexion des zuvor in den Kursen „Entwicklung wahrnehmen – Entwicklung bewegen“, „Spielräume gestalten – Spielend lernen“ und „Ressourcen erleben – Persönlichkeit stärken“ Erlernten in die Praxis. Dazu gehören Organisation, Vorbereitung, Durchführung und Reflexion psychomotorischer Erfahrungssituationen mit unterschiedlichen Zielgruppen. Hierbei finden einrichtungsbezogene Rahmenbedingungen und zielgruppenspezifische Inhalte Berücksichtigung. Handlungsleitend für die psychomotorische Fachkompetenz ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Bewegungsbiografie, der eigenen dialogischen und reflexiven Kompetenz als Psychomotoriker/in und der professionellen Haltung.

Basisthemen:

  • Planung, Durchführung und Reflexion von psychomotorischen Praxissituationen
  • Psychomotorische Entwicklungsbegleitung im Dialog
  • Beobachtung von Entwicklungsprozessen
  • Psychomotorische Arbeit unter Berücksichtigung einrichtungsspezifischer Bedingungen
  • Kritische Auseinandersetzung mit der eigenen psychomotorischen Arbeitsweise und Rolle
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